Persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung

Ob angeboren oder, wie bei einem Unfall, erworben: Eine Behinderung schränkt Betroffene in den verschiedensten Bereichen des Alltags bei der Ausübung selbstverständlicher Tätigkeiten ein.
Die persönliche Assistenz - eine zuverlässige Partnerschaft.
Die persönliche Assistenz - eine zuverlässige Partnerschaft. - (Bild von Rollz International auf Pixabay)

Wer auf fremde Hilfe angewiesen ist, profitiert von einer persönlichen Assistenz, sie gewährleistet eine höhere Lebensqualität und hilft, das Leben trotz der Einschränkungen zu geniessen. Wie wertvoll sich eine persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung erweisen kann und bei welchen Tätigkeiten sie Unterstützung bietet, zeigt dieser kurze Ratgeber.

Warum persönliche Assistenz? - Individuelle Unterstützungsangebote aus erster Hand

Klassische Pflegedienste betreuen eine Vielzahl von Menschen und haben einen eng getakteten Zeitplan, der dem einzelnen Patienten lediglich wenige Minuten Zeit gewährt. Hierdurch kommen die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen deutlich zu kurz. Auch der persönliche Umgang lässt aufgrund des Zeitmangels und häufig wechselnder Bezugspersonen stark zu wünschen übrig. Anders gestaltet sich dies, wenn ein persönlicher Assistenzdienst z.B. in Berlin diese Aufgaben übernimmt. Die Assistentin oder der Assistent kümmern sich in der Regel ausschliesslich um die Belange einer oder einiger weniger zu betreuenden Personen. Hierdurch bleibt ein bedeutend grösseres Zeitfenster für alle erforderlichen Aufgaben als bei einem ambulanten Pflegedienst. So wird sichergestellt, dass die Begleitung von Menschen mit Behinderung ganzheitlich erfolgt und die individuellen sozialen und betreuerischen Anforderungen des einzelnen Behinderten erfüllt werden.

Bei Bedarf kurzfristige Organisation einer Assistenz-Vertretung

Auch persönliche Assistenzen benötigen eine Auszeit von der herausfordernden Arbeit mit den behinderten Menschen. Wenn Urlaub ansteht, organisiert ein professioneller Assistenzdienst die Vertretung. Doch was passiert, wenn die Assistenz plötzlich krankheitsbedingt ausfällt? Wie auch bei einem ambulanten Pflegedienst übernimmt eine kurzfristig organisierte Vertretung die Aufgaben. Der Unterschied zu Pflegediensten besteht jedoch darin, dass es bei einem Assistenzdienst in der Regel nicht zu keiner Verknappung der personellen Ressourcen für die Betroffene kommt. Pflegedienste sind sehr bemüht, auch bei Krankheitsfällen weiterhin eine eins-zu-eins-Betreuung zu gewährleisten.

Die zentralen Aufgaben persönlicher Assistenzen

Bei welchen Tätigkeiten kann eine Assistenz Menschen mit Behinderung unter die Arme greifen? Die folgenden Kernaufgaben zeichnen das Tätigkeitsfeld der persönlichen Assistenz aus:

  • Durchführung oder Hilfe bei der Körperpflege
  • Unterstützung bei der Haushaltsführung
  • Hilfestellung bei der Bewältigung von Wegen im alltäglichen Leben (inklusive Mobilitätsunterstützung)
  • Begleitung bei Freizeitaktivitäten (zum Beispiel Spaziergänge, Kino- und Theaterbesuche, Sport, Reha und Gedächtnistraining etc.)
  • Treffen von notwendigen Absprachen mit Angehörigen
  • Gewährleistung einer zuverlässigen und regelmässigen Medikamentengabe

Grundsätzlich stellt ein Assistenzdienst dem behinderten Menschen mit der persönlichen Assistenz einen Ansprechpartner zur Seite, der sowohl zuhause als auch unterwegs eine ständige kompetente Begleitung des Menschen ist. Dadurch ist die umfassende Teilhabe der Persönlichkeit am alltäglichen Leben in der Gesellschaft garantiert.

Wer zur Übernahme der Assistenztätigkeit berechtigt ist

Einem Menschen mit Behinderung im Alltag ganzheitlich und zuverlässig zur Seite zu stehen, erfordert eine gewisse Expertise und persönliche Erfahrung. Aufgrund des medizinischen Hintergrunds, den diese Form der Arbeit am Menschen oft erfordert, handelt es sich um ein Tätigkeitsfeld für ausgewählte Fachkräfte. In aller Regel handelt es sich dabei um Gesundheits- und Krankenpfleger, die in ihrem Fachbereich ein erfolgreich abgeschlossenes Examen vorweisen können. Oder es sind Quereinsteiger, die in allen relevanten Bereichen für die Betreuung von Behinderten praxisnah geschult und ständig weitergebildet werden. Sie haben für eine stabile Gesundheit von Menschen mit Behinderung Sorge zu tragen und sind teilweise auch für die Umsetzung ärztlicher Verordnungen verantwortlich. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass einige Krankheitsverläufe eine fortlaufende Anpassung der individuellen Versorgung notwendig machen. Die ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines professionellen Assistenzdienstes bringen die hierfür relevante Fachkompetenz mit. Darüber hinaus sorgt ein Profi-Assistenzdienst für eine regelmässige Schulung seines Personals. Wer eine persönliche Unterstützungskraft in Anspruch nehmen möchte, ist schon deswegen gut beraten, sich bei einem renommierten Dienstleister lokal umzusehen.

Vorrangiger Nutzen der Inanspruchnahme einer persönlichen Assistenz

Für Menschen mit Behinderung ist es wichtig, weiterhin in der gewohnten Umgebung bleiben zu können. Eine Betreuung in den eigenen vier Wänden erweist sich für sie daher als wahrer Segen. Hier können sich Betroffene ganz auf sich konzentrieren und Routinen entwickeln, die ihnen den Alltag erheblich vereinfachen. Bei den Absprachen mit Angehörigen können alle Beteiligten auf kurze Wege vertrauen. Das macht die Zusammenarbeit mit einer persönlichen Assistenz ausgesprochen effektiv. Darüber hinaus fällt es in den eigenen Räumen leichter, auf einen veränderten Verlauf der Krankheit angemessen reagieren zu können. Menschen mit Behinderung, die in ihrem vertrauten Umfeld wohnen bleiben, profitieren erfahrungsgemäss auch medizinisch. Das häusliche Umfeld lindert in der Regel den Verlauf von Erkrankungen.

Vorbeugende Massnahmen durch Gestellung von Assistenzen

Auch wenn sich eine Erkrankung womöglich nie ganz kurieren lässt, so können weitere Verschlechterungen von Krankheiten unter Umständen eingedämmt werden. Hierbei spricht man von einer Prophylaxe. Persönliche Fachassistenzen mit medizinischem Hintergrund sind nicht nur in der Lage, Massnahmen zu ergreifen, die Beschwerden lindern, sondern darin geübt, einer weiteren Verschlechterung des Zustands vorzubeugen.

Persönliches Kennenlernen vorab

Persönliche Kennenlerngespräche sind essenziell, denn die Zusammenarbeit mit einer persönlichen Assistenz setzt ein grosses Vertrauen in die – in der Regel – fremde Person voraus. Daher sollte die Chemie zwischen Betroffenen und Assistenzen stimmen. Ein seriöser Dienstleister beharrt nicht auf einer einzigen Person, sondern kann in der Regel verschiedene, gleich gut ausgebildete Kandidaten für die Betreuung vorschlagen.

Fazit

Menschen mit Behinderung erhalten mit einer persönlichen Assistenz einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite, der sie im Alltag massgeblich und auch langfristig unterstützt. Wenn ein Pflegegrad vorliegt, ist eine Kostenübernahme bzw. Bezuschussung durch eine Kranken-, Renten- oder Pflegekasse zu prüfen.


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